Endometriose - Reha / Anschlussheilbehandlung (AHB)

Geschrieben am 25.05.2021
von Team Frauenklinik

Endometriose als chronische Erkrankung hat häufig über einen langen Zeitraum Ihres Lebens Auswirkungen nicht nur auf das körperliche Empfinden, sondern auch auf das private und berufliche Leben. Sollten Sie das Gefühl haben die beruflichen und familiären Verpflichtungen nicht mehr erfüllen zu können, gibt es in Deutschland die Möglichkeit von Rehabilitationsmaßnahmen. Dabei lernen Sie durch verschiedene ganzheitliche Therapieformen einen neuen Umgang mit Ihrer Erkrankung und können so Kraft schöpfen um gestärkt in den Alltag zurückzukehren. 

Gründe für eine Rehabilitationsbehandlung sind u.a.: 
  • Chronisch rezidivierende Endometrioseerkrankung
  • Blasen- oder Darmstörungen
  • Behandlung mit GnRH ‐ Analoga (künstliche Menopause)
  • Unerfüllter Kinderwunsch (z.B. nach Sterilitätsbehandlungen)
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Depressive Belastungsreaktion 

Eine Anschlussheilbehandlung (AHB) ist eine spezielle Rehabilitationsmaßnahme, die im Anschluss an eine Operation erfolgt. Das Ziel ist die Wiedererlangung verloren gegangener Funktionen oder Fähigkeiten und die Wiedererlangung der Berufsfähigkeit. Die AHB muss innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Ende des Krankenaufenthaltes angetreten werden und dauert i.d.R. 3 Wochen. Eine Verlängerung aus medizinischen Gründen ist nach Begründung durch einen Arzt möglich. Der Antrag erfolgt durch den Sozialdienst der Klinik, in der Sie operiert wurden. Es lohnt sich, sich selbst über die Möglichkeiten im Vorfeld eines Eingriffs zu informieren und die behandelnden Mediziner/innen direkt danach zu fragen. 
Leider werden Endometriose-Patientinnen viel zu selten auf die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung hingewiesen. Für Anschlussheilbehandlungen (AHB) gelten spezielle Voraussetzungen:
  • die AHB erfolgt im Anschluss an eine stationäre Behandlung im Akutkrankenhaus
  • sie wird organisiert durch den Sozialdienst des Akutkrankenhauses
  • sie muss innerhalb von 2-4 Wochen nach der Krankenhausbehandlung angetreten werden
  • sie wird in speziell zugelassenen AHB-Kliniken durchgeführt 

Für die AHB "Gynäkologische Krankheiten und Zustand nach Operation" gelten folgende Indikationen:
  • Zustand nach erweiterten vaginalen oder abdominalen Operationen
  • bei kompliziertem Verlauf (z.B. Peritonitis, intraabdominale Infiltrate, Abszesse und/oder Harninkontinenz) 

Weitere Möglichkeiten, die eine AHB erforderlich machen könnten, wären z.B.:
  • alle Hysterektomien • höhergradige Endometriosebefunde
  • ausgeprägter Adhäsionssitus mit aufwendiger Adhäsiolyse
  • Wundheilungsstörungen
  • Eingriffe am Darm
  • erhöhter intraoperativer Blutverlust
  • Zweiteingriffe wegen postoperativer Komplikationen 

Folgende Einrichtungen sind auf gynäkologische Erkrankungen spezialisiert:
  • 06905 Bad Schmiedeberg (Zertifiziert für Endometriose)
  • 08645 Bad Elster
  • 23909 Ratzeburg (Zertifiziert für Endometriose)
  • 23611 Bad Schwartau (Zertifiziert für Endometriose)
  • 32105 Bad Salzuflen
  • 36129 Gersfeld
  • 65388 Schlangenbad (Zertifiziert für Endometriose)
  • 88339 Bad Waldsee (Zertifiziert für Endometriose) 

Weitere Informationen auch bezüglich einer Erwerbsminderung und einer Schwerbehinderung finden Sie auf der Website der Endometriosevereinigung: https://www.endometriose-vereinigung.de/reha-und-sozialrecht.html